Schlussworte zum Rundgang

Ich hoffe Ihnen hat der Rundgang durchs Katzenasyl "zur letzten Zuflucht“ gefallen und Sie haben einen kleinen Einblick bekommen, was dahinter steckt. Ich möchte damit auch den obskursten Spekulationen und Gerüchten entgegentreten.


Vor Jahren hat mir eine Mitarbeiterin eines regionalen Fernsehsender angeboten, mir beim Suchen nach einer Arbeitsstelle zu helfen; damit ich "eigenes Geld habe“.


Als von dieser Fernsehstation zwei Leute bei mir waren um Aufnahmen zu machen, meinte der eine: "Da haben Sie aber viel Arbeit, da brauchen Sie für alles sicher jeden Tag mindestens eine Stunde!“


Anlässlich unserer Generalversammlung 2007 fragte mich eine Teilnehmerin, was ich denn mit den CHF 1'600.- gemacht hätte, welche sie gesammelt und gespendet habe.


Ebenfalls an der Generalversammlung meinte ein Teilnehmer, es sei ätzend immer wieder das Gejammer hören zu müssen "Das Katzenasyl stehe kurz vor dem Konkurs!“


Alle diese Aussagen (... und es sind nur vier Beispiele) haben mir die Sprache verschlagen.


Unsinn? NEIN, Unwissenheit! Nur wenige Menschen können sich eine Vorstellung machen, was bei unserem Katzenasyl dahinter steckt. Ich weiss nicht, ob ich das wieder machen würde, könnte ich nochmals von vorne anfangen. Auch ich habe damals blauäugig einfach mal mit Katzenschutz angefangen, was dann folgte, musste ich selbst erfahren! Ein Katzenasyl, noch dazu hauptsächlich mit Problemkatzen, bedarf einem riesigen Aufwand und verursacht immense Kosten, da kann einem schon mal die Wut hoch kommen, wenn man so Aussagen wie: "Ach haben Sie es gut, den ganzen Tag nur Katzen streicheln" usw. zu hören bekommt. Oder Neider (neidisch auf etwas, von dem sie gar nicht wissen, was dahinter steckt) einem Knüppel zwischen die Beine werfen, denunzieren und vieles mehr.


Es ist ja nicht nur das tägliche Füttern, das bei uns 1 ½ bis 3 Std. dauert, je nach dem was es gibt und ob auch die Trockenfutternäpfe leer sind, es ist ja auch das Putzen (pro Raum ca. 1 – 1½ Std / Tag nur für das Gröbste).


Die Unterhaltsarbeiten und die Renovationen sind auch kein Pappenstil. Mit Ausnahme der Bodenbeläge habe ich aus Kostengründen alle Renovationen selbst und nahezu alleine gemacht. Wir hatten ursprünglich den Betrag von

CHF 20'000.-  eines privaten Gönners zur Verfügung, doch nur für die Malerarbeit im Erdgeschoss lag uns eine Offerte über CHF 16'000.- vor! Allein mit dieser Offerte war klar, es blieb nichts anderes übrig als es selbst zu machen.


Die alten Tapeten herunter reissen, den Urin getränkten Gips herunter schlagen, die Wände mit wasserbeständigem  Putz verputzen und mit abwaschbarer Farbe streichen, die Türen und zum Teil Fenster ersetzen. Neue Lampen installieren, beschädigte/alte Lichtschalter ersetzen, bestehende normale Steckdosen durch solche mit Deckel ersetzen und vieles mehr; das alles war (und ist im OG noch) viel Arbeit!


Wenn wir nun in der Jahresrechnung einen "Gewinn“ ausweisen, ist das natürlich mit aller grösster Vorsicht zu geniessen. Die Jahresrechnung zeigt nur auf, wie viel Geld eingegangen ist und wie viel ausgegeben wurde, sagt aber nicht drüber aus, was noch notwendig wäre, aber nicht realisierbar ist! Ausser mir selbst ist im Asyl nur eine Angestellte beschäftigt, mehr liegt nicht drin, doch wären 1 – 2 zusätzliche Mitarbeiter/innen von Nöten.


Wenn die Eingänge nicht einmal die laufenden Kosten decken, sind die Folgen absehbar, es bleiben Rechnungen unbezahlt. Droht dann der Konkurs, der mit Spenden abgewendet werden kann, ist das Katzenasyl nicht saniert, sondern nur für den Augenblick gerettet. Ohne Kontinuität der Eingänge ist die nächste Konkursandrohung schon absehbar.


An dieser Stelle ein ganz grosses DANKESCHÖN an alle, die bisher den Erhalt des Katzenasyls mittels Spenden ermöglicht haben!!!


Mit diesem Rundgang habe ich es mir ermöglicht, Ihnen einmal aufzuzeigen, was hinter dem Namen "Katzenasyl zur letzten Zuflucht“ steht und was mit Ihren Spenden passiert.


Zum Guter letzt noch etwas:

Die Anfänge des Katzenasyls gehen in das Jahr 1981 zurück, von gelegentlicher Hilfe abgesehen, habe ich alles alleine gemacht. Schön ist, dass ich seit ca. 4 Jahren wenigstens im administrativen Bereich Unterstützung habe, an dieser Stelle meinen Dank an: Frau Heidi Gindrat, Frau Pia Berger und Herrn Kurt Jörg.


Doch trotzdem, eine Nachfolge für mich ist bis heute nicht geregelt, genauso wenig wie eine Unfall-, Krankheit- oder seit 1982 wieder einmal fällige Ferienablösung. Jahrelanger 7-Tagebetrieb gehen an die Substanz!


Damit habe ich ein ganz wesendliches Problem auf den Punkt gebracht!


Ich gehe davon aus, dass das Problem einer Nachfolge/Ablösung für mich lösbar ist, wenn die Finanzierung und der Personalbestand sichergestellt ist, anderenfalls aber nicht.


Vielen Dank für Ihren Besuch im Katzenasyl Zur letzten Zuflucht

Günther Weber


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