Die Geschichte des Ursprungs

Das nachstehende Video ist Zeitgeschichte pur, es sind Katzen meiner ersten Rettungsaktion im Jahr 1985 zu sehen. Diese Aktion ist das Schlüsselerlebnis, das dann zur Entstehung des Katzenasyls geführt hat. Von diesem Video wusste ich nichts mehr, resp. habe es in den Jahren vergessen. Aufgenommen wurde es im Jahr 1986 von Sibylle Martin.


Download und Schnitt: Barbara Rutsch


Gegen Ende des Films ist noch die Umgebung von damals zu sehen, zum Vergleich, ein aktuelles Luftbild.


Doch nun die Geschichte der Ereignisse:


Damals handelte ich mit Katzenstreu. Sybille Martin telefonierte mir und sprach auf meinen Tel. Beantworter, wörtlich sagte sie: „Bringen Sie so schnell als möglich den grössten Sack Katzentreu den Sie an Lager haben!“. Das weiss ich noch, als sei es erst gestern gewesen. Dann erzählte sie aufgeregt aufs Band, was passiert ist. Handys für die Hosentasche gab es damals noch nicht, nur die Natel „B“, welche im Auto den halben Kofferraum füllten und unerschwinglich teuer waren.


Die Besitzerin dieser Katzen lag im Koma auf der Intensivstation im Spital.

Ich fuhr umgehen mit 2 x 20 Kg Streu an die angegebene Adresse. Dort angekommen, musste ich erkennen, dass die Wohnverhältnisse der Katzen alles andere als optimal waren, wörtlich sagte ich: „Wenn hier die falschen Leute herein kommen, werden als erstes die Katzen getötet und dann schaut man weiter. Die Streu lade ich gar nicht aus, die Katzen müsse sofort weg hier!“


Sybille und ich fuhren dann sofort ins Spital und redeten mit dem zuständigen Arzt. Der sprach Klartext, wörtlich sagte er: „Machen Sie das, was für die Katzen das Beste ist, dass Frau X überleben wird ist höchst unwahrscheinlich und wenn, wird sie ein Pflegefall sein!“ Auf meine Frage wegen der Rechtslage, die Besitzerin lebte ja noch, sagte der Arzt: „Das nehme ich auf meine Verantwortung, wenn Ihnen jemand Schwierigkeiten machen will, schicken Sie die Leute zu mir!“


Damit war für mich der Weg frei, die 18 Katzen noch am selben Tag zu evakuieren, die 19. ist aus dem Fenster gesprungen und in der Nachbarschaft jemandem Zugelaufen, wo sie bleiben durfte. Sinniger Weise, bei eine Familie die ausschliesslich französisch sprach. Die Katzenbesitzerin sprach auch immer französisch mit ihren Katzen. 10 Tage später ist die Besitzerin verstorben.


Diese Geschichte ist der Anfang vom Katzenasyl, ich werde sie nie vergessen!


Damals machte ich mir noch keine Sorgen um eine Nachfolge, damals war ich noch voller Illusionen, dass ich sicher viele Gleichgesinnte finden würde.

Heute, 32 Jahre später, sehe ich das viel realistischer, heute mache ich mir Sorgen, was mit den Asylkatzen passiert, wenn ich mal „Weg vom Fenster“ bin….! - Ein sehr beklemmender Gedanke!

Aufhören? Nein! Das ist keine Option, das Katzenasyl soll auch ohne mich weiterbestehen bleiben, für Katzen, die anderorts abgewiesen werden, weil sie als nicht vermittelbar gelten!


Juni 2017

© 2009 - 2018 Katzenasyl zur letzten Zuflucht - Alle Rechte vorbehalten - Kontakt