So ist das Katzenasyl entstanden

Ursprünglich habe ich Maschinenschlosser gelernt. Mein Hobby war das Fotografieren, welches ich gerne zu meinem Beruf gemacht hätte. Darum hatte ich 1977 die Idee, ein eigenes Haus mit Fotostudio zu bauen. Doch es kam dann ganz anders....!


1981 war Baubeginn des Hauses, das nur unter extremsten Schwierigkeiten fertiggestellt werden konnte. Den "Architekten" musste ich mitten in der Bauzeit wegen Unfähigkeit entlassen. Ich war einem Schwindler auf den Leim gegangen. Die Kosten wurden um 50% (!) überschritten und die Hypothekarzinsen stiegen auf das Doppelte, als ursprünglich berechnet, an. Es gab damals Momente, wo ich nicht mehr weiter wusste.

Schon damals hatte ich sechzehn Katzen. Alles solche, die getötet worden wären, hätte ich sie nicht aufgenommen. In diesem moralischen Tief lernte ich durch einen Katzen-Notfall eine Tierambulanz kennen. Ich fand die Idee ungemein gut und fuhr in meiner Freizeit unentgeltlich Ambulanzeinsätze, um mich von den anderen Sorgen wenigstens zeitweilig abzulenken.

Nachdem ich aber dort mit ansehen musste, wie man problembelastete Katzen rücksichtslos töten liess oder Notfalleinsätze für Tiere, deren Besitzer nicht bekannt waren, trotz zahlreicher Spenden verweigerte (man konnte niemandem eine Rechnung schicken), sank meine anfängliche Begeisterung rapide. Ich fragte mich, was das mit seriösem Tierschutz und dem zur Schau gestellten Idealismus zu tun haben sollte.


Dann bekam ich eine Möglichkeit, mit Katzen- und Hundefutter sowie mit Katzenstreu zu handeln. Schon 6 Monate später hatte ich die Regionalvertretung für die ganze Nordschweiz. Für mich eine willkommene Ausrede, um ohne Streit mit den Ambulanzeinsätzen aufzuhören. Den Futterhandel habe ich nach ca. 1 Jahr wieder aufgegeben. Es ist zwar ein sehr gutes Futter, jedoch zu teuer und zu wenig bekannt. Den Kistlistreuhandel behielt ich bei. Durch diesen Handel sah ich an den verschiedensten Orten viel Tierleid und noch mehr Scheinheiligkeiten, so dass ich selbst anfing, Problemkatzen aufzunehmen. Einmal (1985) waren es sogar 17 Katzen auf einmal von einer Frau, die verstorben ist. Das war dann das eigentliche Schlüsselerlebnis, aus dem dann das Katzenasyl entstanden ist.

Später folgten dann noch weitere grössere Rettungsaktionen: 60 Katzen aus dem Wallis vor dem dortigen Kantonstierarzt in Sicherheit gebracht, 46 Katzen aus Berlin in die Schweiz zurück geholt, 16 Katzen aus dem Fricktal aufgenommen, deren Betreuerin verstorben war und im Jahr 2010, 32 Katzen einer auf tragische Weise zu Tode gekommenen Freundin unseres Vereins aufgenommen.

Im Februar 1986 legte ich erfolgreich die Tierpflegerprüfung ab. Den Traum vom selbstständigen Fotografen hatte ich längst begraben.

Da ich so gut wie keine Ferientiere, aber um so mehr problembelastete Katzen aufnahm und ihnen eine letzte Zuflucht als Alternative zum Tod bot, war auch der Name gefunden: "Katzenasyl Zur letzten Zuflucht". Ich lege grossen Wert auf die Bezeichnung "Katzenasyl" und nicht Katzenheim oder Tierheim.

Als problembelastete Katzen verstehe ich solche Tiere, die nicht in einem Haushalt platziert werden können oder weil sie niemand mehr will. Z.B. verwildert, nicht stubenrein, sehr alt, chronisch aber nicht lebensbedrohend krank (z.B. Epilepsie, Diabetes), invalide (z.B. blind, verlorene Gliedmassen, durch Unfall inkontinent usw.). In der Zwischenzeit steht das ganze Haus den Katzen zur Verfügung. Die Anzahl der Asylkatzen stieg stetig. Derzeit (2010) sind es nahezu 160. Das sind fast doppelt so viele wie ursprünglich vorgesehen. Das Asyl ist also derzeit voll bis unters Dach und die Aufnahmekapazität ist mehr als ausgeschöpft!


Im Garten habe ich mehrere Ausläufe für die Katzen erstellt. Diese sind derzeit in Sanierung und Erweiterung. Wenn alles fertig ist, werden es insgesamt rund 600 m2 sein. Leider läuft diese Arbeit sehr sehr schleppend dahin. Es sind kaum Helfer zu finden. Ca. 80 - 90% der Arbeit muss ich im Alleingang machen, denn Geld für Handwerker ist keines vorhanden.


Den Katzenstreuhandel musste ich nach fast 25 Jahren im Jahr 2008 endgültig aufgeben. Seither ist das Katzenasyl zu 100% von Spenden abhängig; eine Situation, die ich eigentlich so nie wollte!

Im Jahr 2000 habe ich als erster in der Schweiz die neue Generation Katzenstreu aus Silica-Gel auf den Markt gebracht („hyacint“). Ich glaubte damals, damit alle finanziellen Probleme des Katzenasyls für die Zukunft ein für alle Mal gelöst zu haben. Ich wusste noch nicht, dass es in China mehrere Firmen gibt, welche dieses Produkt herstellen.

Ich gab meinen gut bezahlten Arbeitsplatz auf und machte mich zu 100% selbstständig. Das Pensionskassenkapital liess ich mir auszahlen und wurde grösstenteils in die Werbung investiert. Als ich dann glaubte, der Umsatz werde nun entsprechend weiter ansteigen, wurde der Markt regelrecht mit dieser neuen Streu überschwemmt. Dass ich die beste Qualität zum günstigsten Preis anbot, war nur wenigen Kunden aufgefallen...!

So absurd es auch klingen mag: Es gab damals doch tatsächlich Leute, die glaubten, ich würde den gesamten Silica-Gel-Handel der Schweiz kontrollieren. Sie kauften beim Grossverteiler ein und waren überzeugt, damit das Katzeasyl zu unterstützen. Ein fataler Irrglaube, der fast das „Aus“ für das Katzenasyl bedeutet hätte!

Im Jahr 2007 wurde es gar so schlimm, dass ich kurz vor dem Konkurs stand. Die Bank wollte mein Haus zwangsverwerten, weil ich die Restschuld der 2. Hypothek von CHF 36'000.- (von ursprünglich CHF 300'000.-) nicht amortisieren konnte. Der Steigerungstermin war schon im Amtsblatt publiziert. Eine wohlhabende Privatperson war damals mit einem zinslosen Darlehen eingesprungen und hatte so das Asyl vor dem Untergang bewahrt!


Seit dem Jahr 2003 besteht nun der Verein „Katzenhilfe Nordwestschweiz“ und bildet mit dem Katzenasyl eine Einheit.


Der gegenwärtige Spendenfluss reicht gerade so weit, dass das Asyl ohne zusätzliches Personal, ausser mir selbst, weiterexistieren kann. Doch es wären dringend mindestens 2 Angestellte von Nöten. An Handwerker für die Renovationen der Infrastruktur ist gar nicht zu denken. Ich werde weiterhin das meiste im Alleingang erledigen müssen.


Im Jahr 2009 standen pro Tag und Katze gerade mal CHF 3.95 zur Verfügung. Wohlverstanden, nicht nur für das Futter und den Tierarzt, sondern auch für sämtliche Kosten der Infrastruktur, Personal, Renovationen und Neuerungen!

Ehrenamtliche Hilfe habe ich nur im administrativen Bereich und an den Wochenenden.


Meine gesteckten Ziele für die Zukunft:

- Das Katzenasyl erhalten und die Infrastruktur weiter verbessern.

- Eine Nachfolge für mich finden. Ich bin immerhin Jg. 1950.

- Eine Stiftung gründen und dann das Haus in die Stiftung einbringen.


Meine Einstellung zu Tierversuchen:

Tierversuche lehne ich aus medizinisch-wissenschaftlichen Gründen ab. Menschen und Tiere haben unterschiedliche Organismen. Somit reagieren sie unterschiedlich, d.h. die Erkenntnisse aus den Tierversuchen sind nicht auf den Menschen übertragbar, also sind sie wertlos!


Zum Schluss noch:

Bitte helfen Sie mit, dass das „Katzenasyl Zur letzten Zuflucht“ auch in Zukunft bestehen bleiben kann. Werden Sie Gönner des Asyls oder Pate einer Katze. Sie können uns auch gerne mit einem Legat begünstigen.


Wir „importieren“ keine Katzen aus dem Ausland! Wir helfen den Tieren in der Schweiz! Auch hier gibt es Katzenelend, mehr als allgemein angenommen wird!



Letzte Aktualisierung: September 2010


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